Die drei Irrlichter am St. Lamberti Lichtermarkt

Die drei Irrlichter am St. Lamberti Lichtermarkt

Die drei Irrlichter am Lichtermarkt – das Geheimnis über Münsters schönstem Weihnachtsmarkt

Die drei Irrlichter am Lichtermarkt – das Geheimnis über Münsters schönstem Weihnachtsmarkt

Stellen Sie sich vor: Sie stehen auf dem Lichtermarkt St. Lamberti, ein dampfender Glühwein wärmt Ihre Hände, blaue Spitzdachbuden leuchten, über Ihnen ragt der prächtige Turm der Lambertikirche in den Nachthimmel. Alles ist Advent, alles ist Zauber. 🎄 Und dann heben Sie den Blick ein Stück höher – und stutzen. Da hängen doch tatsächlich drei alte Eisenkäfige am Turm. Und in jedem glimmt ein kleines, unruhiges Licht. „Frohe Weihnachten?", denken Sie, „was zum Kuckuck ist das denn?" 🤔

Willkommen bei der wohl schönsten Gänsehaut-Geschichte, die Münster zu bieten hat. Denn was da über dem gemütlichsten Weihnachtsmarkt der Stadt schwebt, ist kein Deko-Versehen, sondern ein fast 500 Jahre alter Schauer, verpackt in moderne Kunst. Es ist die Geschichte von Aufstand und Untergang, von Folter und Erinnerung – und von drei Lichtern, die seit 1987 Nacht für Nacht für drei Seelen brennen, die keine Ruhe finden. Kommen Sie mit, wir schauen gemeinsam nach oben.

Das Wichtigste zuerst / Fazit und Zusammenfassung:

Am Turm der Lambertikirche – genau über dem Lichtermarkt St. Lamberti – hängen drei eiserne Käfige. In ihnen wurden 1536 die Leichname der drei Anführer des Münsteraner Täuferreichs zur Schau gestellt. Seit den Skulptur Projekten 1987 leuchtet in jedem Korb ein schwaches Licht: die „Drei Irrlichter" des Künstlers Lothar Baumgarten, ein Sinnbild für drei ruhelose Seelen. Dazu bläst am Abend die Türmerin ihr Horn über die Dächer – nach alter Tradition in alle Richtungen, nur nicht nach Osten. Und ganz oben klettert seit einigen Jahren die goldene „Himmelsleiter" von Billi Thanner in den Himmel. Nirgends liegen Advent und Stadtgeschichte so dicht beieinander wie hier. Wer den Lichtermarkt besucht, sollte den Kopf ruhig einmal in den Nacken legen. ✨




Drei eiserne Käfige über dem Weihnachtsmarkt

Der Lichtermarkt St. Lamberti ist der Markt, an dem in Münster der Advent beginnt. Am nördlichen Kopf des Prinzipalmarkts, dort wo die berühmten Bogengänge auf die spätgotische Lambertikirche treffen, drängen sich die tiefblauen Spitzdachbuden dicht an die alten Mauern. Es duftet nach gebrannten Mandeln, nach Waffeln, nach Glühwein, und mittendrin funkelt Münsters großer Weihnachtsbaum. Es ist einer dieser Orte, an denen man sich sofort geborgen fühlt. Und doch trägt gerade dieser Ort etwas in sich, das viele Besucher erst auf den zweiten Blick entdecken.

Denn heben Sie den Blick am Turm hinauf, an der Südseite, in gut 60 Metern Höhe: Dort hängen drei eiserne Körbe. Von unten wirken sie klein, fast wie vergessene Laternen. In Wahrheit sind es Käfige – groß genug für einen Menschen. Und in jedem von ihnen glimmt in der Dunkelheit ein mattes, gelbliches Licht, das leise zu schweben scheint, wenn der Wind über den Prinzipalmarkt streicht. Der Kontrast könnte kaum größer sein: unten das fröhlichste Fest des Jahres, oben ein stummes Mahnmal aus einer der grausamsten Episoden der Stadtgeschichte. 🕯️

Genau dieser Kontrast macht den Lichtermarkt so unverwechselbar. Es gibt in Deutschland viele schöne Weihnachtsmärkte. Aber es gibt keinen zweiten, über dem sich Advent, Kunst und ein 600 Jahre altes Kapitel Weltgeschichte auf so kleinem Raum begegnen. Wer hier steht, feiert nicht irgendwo – er feiert an einem Ort, der seine hellste und seine dunkelste Seite zur selben Zeit zeigt. Und genau das erzählen wir hier gerne weiter, denn diese Geschichte gehört zum Lichtermarkt wie der Glühwein und der Tannenduft.

Die Käfige selbst hängen dort – mit wenigen Unterbrechungen – seit fast einem halben Jahrtausend. Nur ein paar Mal wurden sie in ihrer Geschichte abgenommen: einmal im 19. Jahrhundert, als der alte Turm baufällig geworden war und durch den heutigen, neugotischen Turm ersetzt wurde. Und dann noch einmal im Zweiten Weltkrieg, als bei einem Bombenangriff im November 1944 zwei der Körbe in die Tiefe gerissen wurden. Nach dem Krieg holte man auch den dritten, schwer beschädigten Korb herunter, restaurierte alle drei – und hängte sie wieder an ihren angestammten Platz. Die Münsteraner wollten sie behalten. Nicht, weil sie schön wären. Sondern, weil sie erinnern.

Was aber ist da eigentlich passiert? Warum hängen ausgerechnet an einer Kirche drei Menschenkäfige? Und warum brennen darin heute Lichter? Um das zu verstehen, müssen wir rund 490 Jahre zurückreisen – in ein Münster, das man kaum wiedererkennen würde. 📜

Ganz einfach erklärt

Über dem Lichtermarkt hängen am Kirchturm drei alte Eisen-Käfige. In jedem Käfig leuchtet ein kleines Licht. Das sieht geheimnisvoll aus. Die Käfige hängen dort schon sehr lange – seit fast 500 Jahren. Sie erinnern an eine traurige Geschichte aus Münster.




Das Täuferreich – Münsters dunkelstes Kapitel

Wir schreiben die 1530er Jahre. In Europa tobt die Reformation, die Kirche ist gespalten, überall suchen Menschen nach einem neuen, „richtigen" Glauben. In dieses Feuer gerät auch Münster – und es gerät gründlich außer Kontrolle. Eine radikale Bewegung, die sogenannten Täufer oder Wiedertäufer, übernimmt die Stadt. Ihre Anhänger sind überzeugt, dass das Ende der Welt unmittelbar bevorsteht und dass Münster das „neue Jerusalem" sein soll, aus dem ein Gottesreich auf Erden entsteht. 🕊️

Was als religiöse Erneuerung beginnt, kippt schnell in eine Schreckensherrschaft. Andersgläubige werden vertrieben, Bücher verbrannt, Kirchen gestürmt und ihres Schmucks beraubt. Privatbesitz wird abgeschafft, sogar die Vielehe wird eingeführt. An die Spitze dieses „Reichs" setzt sich ein Mann, der bis heute als der berühmteste Name dieser Zeit gilt: Jan van Leiden, ein Schneider aus den Niederlanden, der sich kurzerhand zum König von Münster krönen lässt. An seiner Seite stehen weitere Anführer, unter ihnen Bernd Knipperdolling und Bernd Krechting.

Doch das Reich ist von Anfang an eingekesselt. Der vertriebene Fürstbischof Franz von Waldeck lässt die Stadt belagern – über ein Jahr lang. Innerhalb der Mauern bricht eine furchtbare Hungersnot aus. Die Menschen essen, was sie finden, viele verhungern, und die Stimmung schlägt um von religiöser Euphorie in blanke Verzweiflung. In der sogenannten Johannisnacht im Juni 1535 gelingt den Belagerern schließlich der Durchbruch. In einem tagelangen Gemetzel fällt die Stadt, und die Herrschaft der Täufer endet so blutig, wie sie regiert hatte.

Für die drei Anführer folgt im Januar 1536 das grausame Ende. Auf dem Platz vor der Lambertikirche – also genau dort, wo heute der Weihnachtsmarkt steht – werden sie öffentlich gefoltert und hingerichtet. Doch damit ist die Sache für die Sieger nicht erledigt. Ihre Leichname werden anschließend in drei eiserne Käfige gesperrt und hoch am Turm der Lambertikirche aufgehängt. Nicht zur Bestattung, sondern zur Abschreckung: „Seht her", so die Botschaft an die Bevölkerung, „so ergeht es jedem, der sich gegen die Ordnung erhebt." Der Legende nach überließ man die Toten „den Krähen zum Fraß und allen unruhigen Geistern zur Mahnung".

Es ist eine Geschichte von Glaube und Wahn, von Hoffnung und Grausamkeit – und sie ist bis heute tief in Münster präsent. Man findet ihre Spuren überall: in Museen, in Straßennamen, in Stadtführungen, sogar im Pflaster des Prinzipalmarkts. Aber ihr sichtbarstes Zeichen sind eben jene drei Käfige. Fast 500 Jahre hängen sie nun dort oben. Und irgendwann, im Jahr 1987, kam ein Künstler auf eine Idee, die aus dem stummen Mahnmal etwas Poetisches machte. ✨

Ganz einfach erklärt

Vor fast 500 Jahren übernahm eine strenge Glaubens-Gruppe die Macht in Münster: die Täufer. Sie regierten hart. Der Fürstbischof holte sich die Stadt mit Gewalt zurück. Die drei Anführer wurden 1536 getötet. Ihre Körper hängte man zur Abschreckung in Käfige am Kirchturm. Die Käfige hängen bis heute dort.




Die Drei Irrlichter – Kunst, die seit 1987 leuchtet

Springen wir gut 450 Jahre nach vorn, ins Jahr 1987. Münster ist längst eine friedliche, lebenswerte Universitätsstadt, und alle zehn Jahre wird sie zur Weltbühne für Gegenwartskunst: Bei den Skulptur Projekten verwandeln Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt den öffentlichen Raum in eine riesige Freiluft-Galerie. Einer von ihnen, der Künstler Lothar Baumgarten (1944–2018), stellt sich damals die Frage, die sich vor ihm viele gestellt hatten: Was fängt man mit diesen Käfigen an, die da so schwer und stumm am Kirchturm hängen? 💡

Seine Antwort ist von entwaffnender Einfachheit. Baumgarten hängt in jeden der drei Körbe eine einzelne, schlichte Glühbirne. Ein Dämmerungssensor schaltet die Lampen ein, sobald es draußen dunkel wird. Und weil die Birnen an flexiblen Kupferdrähten befestigt sind, bewegen sie sich bei Wind ganz leicht – sie flackern und schweben, als hätten sie ein eigenes, unruhiges Leben. „Drei Irrlichter" nennt Baumgarten sein Werk. Ein Irrlicht ist im Volksglauben ein geheimnisvolles Licht, das nachts über Sümpfen und Friedhöfen tanzt und die Wanderer vom Weg abbringt – man sagte, es seien die Seelen von Verstorbenen, die keine Ruhe finden.

Und genau das ist die Idee: Die drei Lichter stehen für die drei Seelen der hingerichteten Täufer – für „innere Feuer, die keine Ruhe finden können". Es ist ein leiser, nachdenklicher Kommentar zu einem sehr lauten, sehr brutalen Kapitel. Wo einst Leichname zur Abschreckung hingen, brennen nun stille Lichter zur Erinnerung. Der Ort bleibt derselbe, aber seine Botschaft kehrt sich um: von „Fürchtet euch!" zu „Vergesst nicht." Seit 1987 leuchten die Irrlichter Nacht für Nacht, hoch über der Stadt, sichtbar von vielen Plätzen aus – und eben auch von genau dort, wo Sie mit Ihrem Glühwein stehen.

Dass die Käfige bis heute hängen, ist in Münster übrigens nicht unumstritten. Immer wieder wird diskutiert: Darf man Werkzeuge einer grausamen Strafjustiz einfach als Sehenswürdigkeit hängen lassen? Für die einen sind sie ein zweifelhaftes Relikt, für die anderen ein wichtiges Mahnmal, das an die Folgen von Fanatismus erinnert und dazu auffordert, niemals die Menschlichkeit zu vergessen. Beide Seiten haben gute Argumente – und vielleicht ist es gerade diese Ambivalenz, die die Irrlichter so faszinierend macht. Sie sind schön und unheimlich zugleich, poetisch und mahnend, Kunst und Geschichte in einem.

Ein kleines Detail am Rande, das Kunstfreunde freuen dürfte: Baumgarten wollte 1987 eigentlich noch ein zweites Werk schaffen, ein „gestürztes Kreuz" aus dunkelroten Ziegeln auf dem Dach der nahen Überwasserkirche – dort, wo heute übrigens der Giebelhüüskesmarkt steht. Der Kirchenvorstand hatte allerdings Bedenken, und so blieb es bei den Irrlichtern allein. Vielleicht auch gut so. Denn so konzentriert sich alles auf diesen einen, unvergesslichen Anblick über dem Lichtermarkt. 🔥

Ganz einfach erklärt

Im Jahr 1987 hatte ein Künstler eine Idee. Er hängte in jeden der drei Käfige eine Glühbirne. Wenn es dunkel wird, gehen die Lichter an. Bei Wind bewegen sie sich leicht. Die drei Lichter heißen „Drei Irrlichter". Sie erinnern an die drei toten Täufer. Aus einem Schreck-Ort wurde so ein Ort zum Nachdenken.




Die Türmerin und ihr Horn – ein Klang aus dem Mittelalter

Die Käfige und die Irrlichter sind das, was man am Turm der Lambertikirche sieht. Aber es gibt auch etwas, das man hört – und das ist mindestens ebenso besonders. Denn hoch oben im Turm, in Münsters höchstem Dienstzimmer, arbeitet noch heute jemand: die Türmerin. Das Amt des Türmers gibt es in Münster seit 1379, also seit über 640 Jahren. Ursprünglich hielt der Türmer Wache und warnte die Stadt vor Feinden und vor allem vor Feuer. Heute ist aus der Wache eine der schönsten lebendigen Traditionen Deutschlands geworden. 🔔

An jedem Abend – nur dienstags nicht – steigt die Türmerin die vielen Stufen hinauf in ihre Türmerstube in luftiger Höhe. Und dann, zur halben und zur vollen Stunde bis Mitternacht, greift sie zu ihrem kupfernen Horn und schickt einen langen, warmen Ton über die Dächer der Altstadt. Wer unten auf dem Lichtermarkt steht, hält in diesem Moment fast unwillkürlich inne. Der Trubel des Marktes verstummt für einen Augenblick, die Köpfe heben sich, und über allem schwebt dieser eine Ton – ein Gruß aus dem Mittelalter, mitten hinein in den Advent.

Und jetzt kommt das Detail, das die Sache so berührend macht. Die Türmerin bläst ihr Horn nicht einfach in die Nacht, sondern nacheinander in verschiedene Himmelsrichtungen – nach Süden, nach Westen, nach Norden. In eine Richtung aber schweigt sie: nach Osten. Denn nach Osten, zum Domplatz hin, lag über Jahrhunderte der Friedhof. Aus Respekt vor den Toten wird dorthin niemals geblasen. Das Horn ist ein Signal für die Lebenden – die Toten aber sollen ihre Ruhe haben. Wenn man das weiß, hört sich dieser eine ausgesparte Ton plötzlich ganz anders an.

Es ist ein leiser, fast zärtlicher Brauch, und er passt wunderbar zu den Irrlichtern über dem Markt. Beide erzählen auf ihre Weise vom Umgang mit den Toten, mit der Erinnerung, mit der Geschichte. Nur dass das eine ein stilles Licht ist und das andere ein Klang. Zusammen machen sie den Turm der Lambertikirche zu weit mehr als einer schönen Kulisse. Sie machen ihn zu einer Art großem, langsam schlagendem Herz der Altstadt, das man bei einem Bummel über den Lichtermarkt sehen und hören kann.

Für einen Besuch heißt das: Nehmen Sie sich am Abend einen Moment Zeit. Kaufen Sie sich einen Glühwein, suchen Sie sich ein ruhiges Eckchen mit Blick auf den Turm – und warten Sie einfach. Wenn zur halben oder vollen Stunde das Horn erklingt und darüber die drei Irrlichter im Wind schweben, dann erleben Sie einen Augenblick, den es so wirklich nur in Münster gibt. Kein anderer Weihnachtsmarkt der Welt kann Ihnen das bieten. Versprochen. 🎶

Ganz einfach erklärt

Oben im Turm arbeitet die Türmerin. Jeden Abend (außer dienstags) bläst sie ein Horn. Das macht sie zur halben und zur vollen Stunde bis Mitternacht. Sie bläst in mehrere Richtungen – aber nie nach Osten. Dort war früher ein Friedhof. So zeigt sie Respekt vor den Toten.




Von der Himmelsleiter zu den Irrlichtern – Licht über Licht

Wenn Sie am Lichtermarkt den Kopf in den Nacken legen, sehen Sie nicht nur die Käfige mit ihren Irrlichtern. Sie sehen darüber noch etwas: eine goldene Leiter aus Licht, die geradewegs in den Nachthimmel zu klettern scheint. Das ist die „Himmelsleiter" der Künstlerin Billi Thanner – eine moderne Lichtinstallation, die genau über den alten Käfigen am Turm angebracht ist. Und damit schließt sich, ganz ohne Absicht, ein wunderschöner Kreis. ✨

Denn plötzlich stehen hier drei Zeitalter von Licht übereinander. Ganz unten: das warme, fröhliche Licht des Lichtermarkts, die blauen Buden, der große Weihnachtsbaum, tausende kleine Lämpchen. Darüber: die drei Irrlichter von 1987, still und nachdenklich, ein Licht der Erinnerung. Und ganz oben: die Himmelsleiter, ein Licht der Hoffnung, das nach oben strebt, dem Himmel entgegen. Fest, Geschichte und Zuversicht – gestapelt an einer einzigen Kirchturmspitze. Man muss kein Poet sein, um zu spüren, dass das etwas Besonderes ist.

Genau darum trägt dieser Markt seinen Namen zu Recht: Lichtermarkt. Es geht hier nicht nur um hübsche Beleuchtung. Es geht um Licht als Sprache – als Trost, als Mahnung, als Einladung. Die Himmelsleiter lädt den Blick nach oben. Die Irrlichter halten die Erinnerung wach. Und der Markt zu Füßen des Turms holt die Menschen zusammen, spendet Wärme und schenkt einen Abend voller Behaglichkeit. Selten erzählt ein einziger Ort so viel auf einmal.

Und das Schöne ist: Man muss diese Geschichte gar nicht kennen, um den Lichtermarkt zu genießen. Man kann einfach nur den Glühwein trinken, die Buden bestaunen und die Stimmung aufsaugen. Aber wer die Geschichte kennt, sieht mehr. Der schaut zwischen zwei Schlucken nach oben, entdeckt die Irrlichter, hört das Horn, sieht die Himmelsleiter – und nimmt am Ende nicht nur ein paar gekaufte Geschenke mit nach Hause, sondern das Gefühl, einen ganz besonderen Ort verstanden zu haben. Das ist der Unterschied zwischen „einen Weihnachtsmarkt besuchen" und „Münster im Advent erleben".

Deshalb unser Rat, ganz unter uns: Wenn Sie in diesem Advent nur einen einzigen Weihnachtsmarkt in Münster ansteuern, dann nehmen Sie sich die zehn Minuten mehr, um genau hinzusehen und hinzuhören. Die schönsten Dinge in Münster hängen nämlich oft ein Stück höher, als man auf den ersten Blick schaut. 😉

Ganz einfach erklärt

Über den Käfigen hängt noch eine Lichter-Leiter am Turm. Sie heißt „Himmelsleiter". So gibt es am Turm Licht auf drei Ebenen: der fröhliche Markt unten, die Irrlichter in der Mitte, die Himmelsleiter oben. Fest, Erinnerung und Hoffnung an einem Ort. Darum heißt der Markt „Lichtermarkt".




Wann und wie Sie die Irrlichter erleben

Jetzt haben Sie sicher Lust bekommen, das alles einmal selbst zu sehen. Sehr gut. 🎄 Der Lichtermarkt St. Lamberti findet im Advent statt, direkt am Fuß der Lambertikirche am nördlichen Ende des Prinzipalmarkts – mitten in der Altstadt, kaum zu verfehlen. Wie alle sechs Weihnachtsmärkte in Münster ist auch dieser kostenlos: Der Eintritt ist frei, Sie zahlen nur, was Ihnen an den Buden schmeckt.

Damit Sie die Irrlichter wirklich sehen, gilt eine einfache Regel: Kommen Sie am Abend, oder zumindest zur blauen Stunde in der Dämmerung. Die Lichter in den Käfigen schalten sich nämlich erst ein, wenn es draußen dunkel wird – tagsüber sind die Käfige nur schlichte Eisenkörbe, erst die Nacht macht aus ihnen die geheimnisvollen Irrlichter. Und genau dann, wenn der Himmel über dem Prinzipalmarkt tiefblau wird und die Buden zu leuchten beginnen, entfaltet der ganze Ort seinen Zauber. Nicht umsonst ist das die beliebteste Zeit für ein Foto vom Turm mit der Himmelsleiter.

Ein paar kleine Tipps, damit Ihr Besuch rund wird:

  • 🕯️ Blicken Sie am Turm nach oben – Südseite, in gut 60 Metern Höhe hängen die drei Käfige mit den Irrlichtern.
  • 🔔 Bleiben Sie zur halben oder vollen Stunde kurz stehen und lauschen Sie auf das Horn der Türmerin (außer dienstags).
  • ☕ Halten Sie Ausschau nach regionalen Klassikern wie dem beliebten Heidelbeer-Fruchtglühwein, einem echten Münsteraner Adventsklassiker.
  • 🎁 Nehmen Sie sich Zeit für das ausgewählte Kunsthandwerk – der Lichtermarkt ist bewusst klein und fein gehalten.
  • 🎶 An den Adventssamstagen lohnt sich um 12:00 Uhr ein Abstecher in die Lambertikirche zum Angeluskonzert: rund 30 Minuten Orgel- und Kirchenmusik, Eintritt frei.

Und wenn Sie schon einmal da sind: Der Lichtermarkt ist nur einer von sechs Weihnachtsmärkten, die in Münsters Altstadt alle fußläufig beieinander liegen. Von der leuchtenden Himmelsleiter bis zur großen Holzpyramide am Aegidiimarkt sind es keine 25 Gehminuten, vorbei am urigen Kiepenkerl, am stimmungsvollen Giebelhüüskesmarkt vor der Überwasserkirche, am kreativen X-MS und am großen Klassiker rund um das Rathaus. Sechs Märkte, ein Fest – und das gibt es in dieser Dichte tatsächlich nur in Münster.

Unser Fazit: Der Lichtermarkt ist nicht einfach ein hübscher Weihnachtsmarkt. Er ist ein Ort, an dem man mit einem Glühwein in der Hand fünf Jahrhunderte Stadtgeschichte über sich schweben sieht. Wer einmal nach oben geschaut, das Horn gehört und die drei stillen Lichter entdeckt hat, der versteht, warum die Münsteraner ihren Lichtermarkt so lieben. Und der kommt garantiert wieder. ✨

Ganz einfach erklärt

Kommen Sie am Abend zum Lichtermarkt. Dann leuchten die Irrlichter. Der Markt ist im Advent geöffnet, direkt an der Lambertikirche. Der Eintritt ist frei. Schauen Sie zum Turm hoch und hören Sie auf das Horn. In der Nähe gibt es noch fünf weitere Weihnachtsmärkte – alle zu Fuß erreichbar.

👀 Sehen Sie die Irrlichter mit eigenen Augen!

Geschichten sind schön – aber selbst dort stehen und nach oben schauen ist unbezahlbar. Planen Sie Ihren Besuch auf dem Lichtermarkt St. Lamberti und entdecken Sie alle sechs Weihnachtsmärkte der Altstadt an einem Abend.

Jetzt die sechs Weihnachtsmärkte in Münster entdecken

Ziehen Sie sich warm an, nehmen Sie einen Glühwein – und vergessen Sie nicht, nach oben zu schauen. 🕯️


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